Erfahrungen im Alter nutzen
Probleme erkennen
Ich   hatte   erhebliche   Zweifel   an   der   Verlässlichkeit   des   sozialen   Systems   des   Staates, verfolgte   ich   doch   das   zähe   Ringen   und   manchmal   die   Hilflosigkeit   der   Politiker   bei der   Finanzierung   der   Renten,   Kranken-   und   Pflegeversicherung.   Für   mich   führte   die Idee   des   Wohlfahrtsstaates   zum   Risiko   Vormundschaft.   Ich   hatte   keine   Angst   vor   der Zukunft,   sondern   vor   Anonymität   und   bürokratischer   Verwaltung.   Ich   wollte   meine Angelegenheiten auch im Alter weitestgehend selbst regeln, wie ich es gewohnt war.          Es   war   nicht   alles   glatt   und   ohne   Probleme   gelaufen,   vor   allem   in   den   letzten Jahren. Aber   Not   macht   erfinderisch,   so   meine   Erfahrung.   Natürlich   schafft   man   nicht alles   alleine,   gemeinsam   mit   anderen   Menschen   ist   vieles   machbar   und   oft   auch leichter.          In   der   Vergangenheit   waren   es   die   Familie,   die   Kolleginnen   und   Kollegen   am Arbeitsplatz   und   auch   die   freundschaftlichen   Verbindungen   gewesen,   in   denen   ich aktiv   und   eingebunden   war.   In   diesen   Kreisen,   sie   werden   auch   kleine   Lebenskreise genannt,     waren     Leistung     und     Gegenleistung     für     mich     überschaubar     und beeinflussbar.   Hier   wurden   Probleme   gelöst   und   nicht   vertagt.   Wir   gebrauchten   das Wort „Solidarität“ nicht, aber wir waren füreinander in vielen Lebensbereichen da.         Auch   heute   finde   ich   immer   wieder   Menschen,   mit   deren Ansichten   und   Handlungen ich   mich   auf   unterschiedlichen   Gebieten   identifizieren   kann.   Mit   denen   möchte   ich mein   Leben   gestalten   –   ohne   Zwang   und   Verpflichtung.   Ich   möchte   meine   Zukunft weiter   mit   einem   hohen   Maß   an   Eigenverantwortung   selbstständig   gestalten   und   mich damit von zunehmender Abhängigkeit sozialstaatlicher Bevormundung abgrenzen.          Zu   diesem   Weg   gehört   auch   die   alternative   Wohnform,   wie   ich   sie   gewählt   habe. Vor   meiner   Entscheidung   habe   ich   mich   über   die   verschiedenen   Möglichkeiten   des Wohnens   im   Alter   informiert.   Mir   war   klar,   dass   ich   eine   Gemeinschaft   wollte,   wo Eigenständigkeit   und   Solidarität   gelebt   werden   konnten.   Deshalb   habe   ich   mich   für die „aktive Hausgemeinschaft“ entschieden. ….
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